Farben im Webdesign

Farben im Webdesign

Veröffentlicht am 13.12.2019

Farben im Webdesign: Zwischen Emotionen und Ästhetik

Ein komplizierter Aspekt im Webdesign ist die Farbgestaltung des Front-Ends – also der Inhalte, die der Besucher sieht. Selbstverständlich muss die Website optisch ansprechend wirken, gleichzeitig sollte die Farbgestaltung allerdings auch auf den Inhalt und die Zielgruppe der Seite abgestimmt sein. Darüber hinaus hat man mit den richtigen Farben und entsprechenden Kontrasten auch die Möglichkeit, den Blick auf bestimmte Aspekte zu lenken und gewünschte Emotionen bei den Besuchern hervorzurufen. Die Farben im Webdesign sollten daher sinnvoll gewählt werden, um von den eignen Produkten oder dem Unternehmen zu überzeugen.

Farben in der Farbpsychologie

Bei der Suche nach den richtigen Farben für Websites ist es für jeden Webdesigner ratsam, sich zunächst mit den psychologischen Aspekten von Farben zu beschäftigen. Die Farbpsychologie konzentriert sich hierbei vordergründig auf die emotionalen Reaktionen, die Farben bei uns Menschen hervorrufen. Welche Reaktion eine Farbe in uns hervorruft, ist dabei einerseits biologisch bedingt und andererseits durch Sozialisationsprozesse erworben.

So nutzen Tiere Warnfärbungen, um dem Gegenüber zu signalisieren, dass von ihnen Gefahr ausgeht und selbst der Mensch versucht instinktiv, Tiere mit Warnfärbung zu meiden. Gleichzeitig hat unsere Zivilisation Assoziationen mit Farben hervorgebracht, welche einerseits kulturell unterschiedlich sind und andererseits einem stetigen Wandel unterliegen.

Ein Online-Shop für Brautmode wird beispielsweise Weiß als Grundfarbe wählen wollen, da Weiß mit Reinheit und einer Hochzeit assoziiert wird. Tatsächlich war das Brautkleid vor dem ersten Weltkrieg in der europäischen Mittel- und Unterschicht traditionell schwarz und nicht weiß, wie heute. Die Farbpsychologie hat hier eine Reihe von Erkenntnissen geliefert und zeigt an dieser Stelle auf, welche Assoziationen und Emotionen von bestimmten Farben hervorgerufen werden. Hieraus lassen sich wiederum die richtigen Farben für Websites ableiten.

Farben und Emotionen – Ein Überblick

Rot ist eine sehr leidenschaftliche Farbe, die uns erregt. Sie steht für Liebe, Energie, Umbruch und Progressivität. Gleichzeitig kann sie allerdings auch für Wut und Gefahr stehen und findet etwa als Warnsignal im Straßenverkehr Anwendung.
Grün verbinden wir mit Natur und Gesundheit sowie Hoffnung und Entspannung. Gerade für umweltbewusste Marken oder für Firmen mit entsprechender Zielgruppe lohnt es sich, hier den Fokus zu setzen.

Blau steht für Klarheit, Loyalität und schafft Vertrauen. Viele Unternehmen aus der Tech-Branche nutzen diese Farbe, um Qualität und Zuverlässigkeit zu suggerieren. Gleichzeitig vermittelt ein Babyblau Harmonie und Ruhe.

Gelb signalisiert Energie und das nicht nur, weil wir diese Farbe unter anderem mit Strom verbinden. Die Jugendlichkeit dieser Farbe vermittelt uns Fröhlichkeit und lässt Glücksgefühle in uns hochkochen. Es ruft gewissermaßen sommerliche Gefühle in uns hervor.

Pink ist ähnlich wie rot eine sehr emotionale Farbe, ist in erster Linie aber romantisch und warm und nicht mit negativen Gefühlen verbunden. Soziokulturell bedingt wird diese Farbe häufig mit Weiblichkeit, aber auch mit Empathie und Mitgefühl in Verbindung gebracht.

So unterschiedlich die Emotionen sind, die diese Auswahl an Farben in uns hervorrufen, so wichtig ist es auch, zunächst den Zweck der Website und am besten auch die Zielgruppe zu bestimmen. Farben für Websites sollten daher immer mit Bedacht ausgewählt werden, um das bestmögliche Ergebnis mit der Website erzielen zu können. Darüber hinaus kann es manchmal aber auch wichtig sein, mit schlichtem Schwarz oder Weiß zu arbeiten, um den Blick der Besucher auf bestimmte Aspekte zu lenken und nicht nur emotional zu berühren.

Schwarz, Weiß und Grau

Gerade Schwarz und Weiß bieten sich hervorragend an, um Kontraste abzubilden. Mit Schwarz verbinden wir Eleganz und Seriosität. Schwarz ist zeitlos, formell und überzeugt durch seine kraftvolle Ausstrahlung. Weiß steht demgegenüber für Reinheit und Sauberkeit. Ein weißer Hintergrund kann helfen, den Fokus einer Website auf besonders ausdrucksstarke Bilder zu lenken. Grau suggeriert wiederum Professionalität und Formalität und wird gleichzeitig mit Luxus und Ästhetik assoziiert. Ähnlich wie Weiß kann auch Grau helfen, farbenfrohe Fotoaufnahmen ins Zentrum der Betrachtung zu rücken. Im Zusammenspiel können Schwarz, Weiß und Grau so ihr volles Potenzial bestmöglich entfalten und neben Seriosität und Ästhetik den Blick auf bestimmte Elemente der Website lenken.

Die Mischung machts!

Unabhängig davon, welche Farbe nun für die Website als Grundfarbe gewählt wird, ist die Mischung entscheidend. Es kommt selbstverständlich niemals nur eine Farbe zum Einsatz und so ist das kreative Zusammenspiel der Farben, welches den Besucher von der Website, dem Produkt oder dem Unternehmen überzeugen soll, nicht zu vernachlässigen. Um Besuchern nicht nur eine emotional ansprechende, sondern auch eine ästhetische Website zu präsentieren, wird bei der Auswahl der Farben im Webdesign häufig auf Komplementärfarben zurückgegriffen, welche sich perfekt ergänzen.

Gleichzeitig sollte man bedenken, dass jede Farbe in unterschiedlichen Abstufungen existiert und somit auch anders wirkt. Ein weicheres und zartes Rot symbolisiert eher positive Gefühle wie Liebe als ein kräftiges Rot, welches beim Betrachter durchaus negative Gefühle wie Wut oder Gefahr hervorbringen kann. So sollte man auch die Farbnuancen berücksichtigen, um die gewünschte und optimale Wirkung zu erzielen.

Aber auf welche Farbe die Wahl nun letztendlich auch fallen mag: Die Entscheidung für die Farben im Webdesign sollte konsequent durchgehalten werden und auch über einen Relaunch einer Website hinaus Bestand haben. Denn das Branding einer Marke ist immer mit der Farbe assoziiert. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich sogar ein großes deutsches Kommunikationsunternehmen eine Farbe schützen ließ, damit sie nicht von möglichen Mitbewerbern genutzt werden kann. So schafft man einen Widererkennungswert, der gleichzeitig emotional berühren kann.

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2 Kommentare

  1. Ein toller Artikel. Sehr inspirierend und auf jeden Fall umzusetzen.

    Antworten
    • Vielen Dank, Jana 🙂 Es freut mich, wenn Dir die Infos gefallen haben. Bald kommen mehr interessante Themen. Ganz liebe Grüße!

      Antworten

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